Fragen an die Innosuisse

Folgende Fragen wurden am 12. Dezember 2018 an die Innosuisse gestellt und sind bis heute nicht beantwortet.

1. Unternehmen investieren weniger in aF&E und somit auch die Hochschulen

Zu Beginn der 2000er-Jahre investierte mehr als ein Viertel der Unternehmen in F&E, heute tut dies nur noch eines von zehn (13,3%) (Abb. 1). Während die Anzahl Unternehmen, die in F&E-Aktivitäten im Ausland investieren, relativ stabil geblieben ist, sind die Unternehmen mit F&E-Aktivitäten in der Schweiz deutlich zurückgegangen.
Hier fällt jedoch auf, dass die an Externe (z.B. an Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen) ausgelagerten Forschungsaufträge nach einem mehrjährigen Rückgang seit 2012 wieder gestiegen sind.

SBFI News November/Dezember 2018, S. 11

Frage: «Gibt es seitens Innosuisse eine Strategie bezüglich dem Brain-Drain ins Ausland?»

2. Prozesse: Evaluation von Gesuchen

Bei der Evaluation von Gesuchen neu durch die Innosuisse herrscht grosse Unsicherheit bei den Gesuchstellenden. Dies bedeutet vergrösserten Aufwand für die Gesuchstellung (mehr Ressourcen). Die Anzahl an bearbeiteten Gesuchen pro Zeit ist im Vergleich zur KTI unterdurchschnittlich.

Frage: «Wie geht die Innosuisse mit dem Mehraufwand der Hochschulen bei der Gesuchstellung um? Gibt es geplante Veranstaltungen der Innosuisse, so ähnlich wie bei EU-Projekten?»

3. Förderung Mittelbau: Strategie Innosuisse

Die KTI hat implizit die fachliche Qualifikation des Mittelbaus der Fachhochschulen finanziert, da der grösste Teil der geförderten Projektmittel bei KTI-Projekten in den Mittelbau gingen. Der Mittelbau ist nach der praktischen und fachlichen Weiterbildung in die Unternehmungen gegangen und hat somit das Wissen in die Unternehmungen getragen. Dieser Wissenstransfer ist deutlich eingeschränkt durch die zurzeit geringe 1. Unternehmen investieren weniger in aF&E und somit auch die Hochschulen Anzahl von bewilligten Innosuisse Projekten und führt mittelfristig zu einer kleineren Anzahl Mitarbeitender im Mittelbau. Dieser Verlust an Wissen und Kompetenzen lässt sich nur durch eine mehrjährige Investition in den Mittelbau wieder aufbauen.

Frage: «Wie sieht die Strategie der Innosuisse bezüglich Mittelbauförderung aus?»

4. Qualifikation der Gesuchstellenden

Die Fachhochschulen arbeiten im aF&E Bereich häufig mit Firmen in aF&E-Projekten zusammen und müssen die Eigentumsrechte von Erfindungen vertraulich behandeln, da sie in der Regel keinen Zwang zur Publikation haben. Damit wird es für Dozierende schwierig, ihre Kompetenzen zu publizieren.

Frage: «Wir kann ein Innosuisse Experte nun die Kompetenzen von FH-Gesuchstellenden evaluieren, wenn wenige Publikationen vorliegen und der Gesuchstellende im Gesuch keinen Platz hat, dies zu demonstrieren?»

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