KI verändert die Hochschulen – jetzt braucht es angepasste Formen der «fairen Leistungsbeurteilung»

Die rasante Verbreitung von Künstlicher Intelligenz stellt die Hochschulen vor eine grundlegende Herausforderung: Wie kann die tatsächliche Kompetenz von Studierenden noch zuverlässig beurteilt werden, wenn Bachelor-, Master-, Labor- oder Projektarbeiten zunehmend mit KI-Unterstützung erstellt werden?

Wie der Walliser Bote vom 24. März 2026 berichtet, kamen über 600 Lehrpersonen, Studierende und Fachpersonen an der «Journée IA & Enseignement» zum Schluss, dass die Auswirkungen von KI auf die Hochschulbildung mit der Einführung des Internets vergleichbar sind. Prüfungsformate würden hinterfragt, Lernprozesse verändert und die Erwartungen an Studierende neu definiert. Das Fazit der Tagung sei klar: «Künstliche Intelligenz lässt sich weder ignorieren noch durch Verbote eindämmen. Stattdessen muss sie verantwortungsvoll, fair und kritisch in die Bildung integriert werden.» (Walliser Bote, 24.03.2026).

Aus politischer Sicht genügt es nicht mehr, ausschliesslich schriftliche Abschlussarbeiten als Nachweis akademischer Leistung zu bewerten. Wenn KI bei Recherche, Strukturierung, Programmierung oder Textproduktion eingesetzt wird, besteht die Gefahr, dass nicht die Kompetenzen der Studierenden, sondern die Qualität der verwendeten Werkzeuge beurteilt wird.

Deshalb braucht es eine Weiterentwicklung der Leistungsbeurteilung alternative Beurteilungsformen der Kompetenzen der Studierenden, wie z.B.

  • Verpflichtende mündliche Verteidigungen von Bachelor-, Master- und Projektarbeiten.
  • Laufende Dokumentation des Arbeitsprozesses, um Eigenleistung und kritische Reflexion nachvollziehbar zu machen.
  • Praxisorientierte Prüfungsformen, bei denen Problemlösungskompetenz und Fachwissen direkt überprüft werden.
  • Transparente Offenlegung des KI-Einsatzes in wissenschaftlichen Arbeiten.
  • Förderung von KI-Kompetenzen bei Studierenden und Lehrpersonen anstelle unrealistischer Verbote.

Die Frage ist nicht, ob KI an Hochschulen eingesetzt wird, sondern wie wir sicherstellen, dass akademische Abschlüsse weiterhin für nachgewiesene Kompetenzen, Eigenständigkeit und Verantwortung stehen. Die Hochschulen und die Politik sind gemeinsam gefordert, hierfür faire, vertrauenswürdige und nachvollziehbare Bewertungsstandards zu schaffen.

Die Kompetenzen der Dozierenden der Fachhochschulen sind vorhanden, jedoch fehlt der Diskurs, gemeinsamer Konsenz und letztlich Zeit über die «kompetenzoriertierte Beurteilung» der Studierenden in Zeiten der KI.

Quelle: Walliser Bote, 24. März 2026, Bericht zur «Journée IA & Enseignement» der HES-SO und der Westschweizer Universitäten.