Kompetenzoriertierte Berufsmaturitätsprüfung wird vergleichbarer und fairer

Mit der Einführung der neuen Berufsmaturitätsverordnung und des revidierten Rahmenlehrplans per 1. März 2026 wird die Berufsmaturität (BM) gezielt weiterentwickelt. Ziel der Reform ist es, die BM an die Anforderungen einer digitalen, sich rasch wandelnden Arbeits- und Bildungswelt anzupassen und ihre hohe Qualität langfristig zu sichern.

Die Berufsmaturität ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil des Schweizer Bildungssystems. Sie verbindet die berufliche Grundbildung mit einer erweiterten Allgemeinbildung und eröffnet den Zugang zu Fachhochschulen sowie über die Passerelle auch zu universitären Hochschulen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Durchlässigkeit des Bildungssystems und zur Fachkräftesicherung.

Neu werden Prüfungen und Qualifikationsverfahren stärker auf den Nachweis von Kompetenzen ausgerichtet. Besonders die interdisziplinäre Projektarbeit wird aufgewertet: Neben der schriftlichen Arbeit findet künftig eine vertiefende Diskussion statt, in der die Kandidatinnen und Kandidaten ihre Vorgehensweise, ihr Fachwissen und ihre Schlussfolgerungen kritisch reflektieren und begründen müssen. Damit rückt die tatsächliche Fähigkeit zur Problemlösung, Analyse und Reflexion stärker in den Mittelpunkt.

Zudem werden die schriftlichen Abschlussprüfungen künftig einheitlich auf kantonaler oder interkantonaler Ebene entwickelt und validiert. Auch die Notenberechnung wird angepasst, um Zeugnisse aussagekräftiger und gerechter zu gestalten.

Diese Reformen sind ein wichtiger Schritt für eine moderne und glaubwürdige Berufsmaturität. Entscheidend ist, dass Abschlüsse schweizweit auf vergleichbaren Anforderungen beruhen und die nachgewiesenen Kompetenzen der Absolventinnen und Absolventen fair beurteilt werden.

Fazit: Nur durch kompetenzorientierte Leistungsbeurteilung bleibt die Berufsmaturität ein verlässliches Qualitätslabel für Bildungsinstitutionen, Hochschulen und Arbeitgeber.

Quelle: Berner Zeitung, 17. Juli 2026, «Berufsmaturitätsprüfung wird einheitlicher und fairer».