Vernehmlassung „Zugang zu Fachhochschulen“ – Arbeitswelterfahrung als Austritts- statt Eintrittsbedingung

Die «koordinierte Durchlässigkeit» zwischen den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen ist für swissfaculty ein wesentliches Ziel der Hochschulbildung entsprechend dem Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz (HFKG) Artikel 12, Absatz 3.
Die bisherigen Erfahrungen verweisen auf zwei Problembereiche:

  1. Praktikantinnen und Praktikanten mit einer gymnasialen Maturität benötigen eine nicht zu unterschätzende Sozialisationsphase in der Arbeitswelt.
  2. Fehlende Praktikumsangebote begrenzen die Durchlässigkeitsoptionen. Studieninteressierte mit einer gymnasialen Maturität wie auch Studienabbrecherinnen und -abbrecher der Universitäten und ETH habe Mühe, zu den angestrebten Studien passende Praktikumsplätze zu finden.

swissfaculty schlägt vor, den Zeitpunkt des Praktikums zu flexibilisieren, indem es nicht als Vorbedingung für das Studium an der Fachhochschule verlangt wird, sondern während des Studiums absolviert werden kann.

Aufgrund der notwendigen Betreuungsressourcen ist die Bereitstellung von Jahrespraktikumsplätzen für viele Unternehmen eine Belastung. Die Einarbeitungsphase dauert relativ lange und für die Betreuung muss qualifiziertes Personal eingesetzt werden, was vor allem für KMU nicht leistbar ist.

Konjunkturelle Einbrüche, wie die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise, dürften den Mangel an adäquaten Praktikumsstellen weiter akzentuieren.

swissfaculty regt daher einerseits an, Anreize für Firmen zur Bereitstellung hochwertiger Praktikumsplätze zu schaffen. Andererseits schlägt swissfaculty eine Flexibilisierung des Praktikumszeitpunkts vor.